Selbstorganisierte Bildung - Newsletter Nr. 2 (Februar 14)

Do, 02/06/2014 - 18:45 -- Lars

Liebe Newsletter-Abonnenten,

in der zweiten Ausgabe möchte ich vor allem auf zwei mittlerweile neu auf der Seite veröffentlichte Beiträge aufmerksam machen, und zwar als erstes auf einen Aufsatz mit dem Titel "Soziale Selbstverwirklichung als Bildungsziel", in dem es darum geht, als Voraussetzung aller weiteren Überlegungen zum Bildungsthema zunächst die grundlegende Zielsetzung von Bildung zu bestimmen. Die bisher formulierten fundamentalen Bildungsziele bewegen sich zwischen der Polarität der individuellen Selbstverwirklichung des einzelnen Menschen sowie dessen Integration in die Gesellschaft. Da jede der beiden Zielsetzungen, wenn sie zu einseitig betrieben wird, zu schwerwiegenden Problemen sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft führt, kommt es darauf an, die beiden einander fundamental entgegengesetzten Bildungsperspektiven zu harmonisieren, was zum  Begriff der "Sozialen Selbstverwirklichung" führt. Der Aufsatz ist unter dem folgenden Link les- und herunterladbar.

http://selbstorganisierte-bildung.de/nachlesen/soziale-selbstverwirklichung-als-bildungsziel

Bei der zweiten neu zum Herunterladen angebotenen Datei handelt es sich um die von Simone Hinrichs besorgte Nachschrift meines Vortrages "Was ist Geld?" vom 5. März 2013, die ich durchgesehen und in einigen Details überarbeitet habe. Bildung und Geld haben nämlich eine grundlegende gemeinsame Eigenschaft: Bei beiden handelt es sich um unterschiedliche Formen von Kapital. Bildung - bzw. die durch Bildung erlangten Fähigkeiten - ist qualitatives Kapital, Geld hingegen rein quantitatives Kapital. In unserer Gesellschaft dominiert das quantitative über das qualitative Kapital, d.h. Geld hat einen höheren Stellenwert als Bildung. Das Bildungsproblem kann daher auch von der umgekehrten Seite als ein Problem der Aufblähung der internationalen Finanzmärkte betrachtet werden. Um dieses Phänomen zu begreifen zu können, müssen wir uns aber zunächst ganz allgemein die Frage stellen: Was ist Geld?

Indem diese Frage fast niemals gründlich untersucht und beantwortet wird, ist es auch nicht möglich, die gegenwärtigen strukturellen Finanzprobleme zu begreifen, welche notwendiger Weise zu fundamentalen Wirtschaftsproblemen und - weiter ausgreifend - zu allgemeinen gesellschaftlichen Strukturproblemen werden. Wenn wir nicht begreifen, was Geld eigentlich ist, was genau also unser gesellschaftliches Leben mehr als alle anderen Faktoren bestimmt, dann stellt dies ein schwerwiegendes Bildungsproblem dar, mit dessen Lösung sich der angesprochene Aufsatz beschäftigt:

http://selbstorganisierte-bildung.de/nachlesen/was-ist-geld

Zur Ergänzung noch ein paar Links zur Bildungspolitik im Allgemeinen und zur PISA-Studie im Besonderen; so z.B. ein gutes Interview mit einem Mathematikdidaktiker zum Thema PISA:

http://www.heise.de/tp/artikel/39/39307/1.html

Eine vernichtende und durchschlagskräftige Kritik des PISA-Unsinns findet auch sich in einem Artikel der Süddeutschen mit dem treffenden Titel "Moderner Aberglaube":

http://www.sueddeutsche.de/bildung/pisa-studie-moderner-aberglaube-1.1832779

Und auch Herbert Ludwig hat - unter dem bewährten Pseudonym "Fassadenkratzer" - in den letzten Wochen einige bildungspolitische Analysen ausgearbeitet, und zwar zu den folgenden Themen:

1) Das staatliche Schulsystem als Relikt des Obrigkeitsstaates:

http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/12/20/das-staatliche-schulsystem-als-relikt-des-obrigkeitsstaates/

2) Der marktradikale Griff der EU nach der schulischen Bildung:

http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/01/03/der-marktradikale-griff-der-eu-nach-der-schulischen-bildung/

3) Wie die EU mit dem Bologna-Prozess die Hochschulen okkupiert:

http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/01/17/wie-die-eu-mit-dem-bologna-prozess-die-hochschulen-okkupiert/

 

Das war es für heute! Mit herzlichen Grüßen

Lars Grünewald